24.09.2012 / Allgemein / /

Aargauer Richtplan-Windmühlen-Pläne im Gegenwind

Zurzibieter CVP wehrt sich gegen Verschandelung im Naherholungsgebiet

Der jüngste Richtplan-Entwurf der Aargauer Regierung unter dem Kapitel «Windkraftwerke» löst bei der CVP des Bezirks Zurzach Kopfschütteln aus.

Zwar befinden sich die zwei fraglichen ausgeschiedenen Gebiete Laubberg und Wessenberg ausserhalb der Bezirksgrenzen. Wenn aber der Regierungsrat festhält, an den Standorten lägen «keine anderen überwiegenden Interessen» vor, scheint er die Geographie in der Nordostecke des Kantons schlecht zu kennen. Buchstäblich bedenkliche Aussichten hätte künftig und wohl für lange Zeit ein grosser Teil der Zurzibieter Bevölkerung zusammen mit den Anwohnern in den Regionen Brugg, Baden und Laufenburg. Auf der Westseite des Villiger Geissbergs grüsst derzeit schlank und rank der 145 Meter hohe Funkturm. Den Geissberg mit ähnlich hohen und breiteren Windmühlen bestücken zu wollen, führte zur Verschandelung des Horizonts. Dieser Vorschlag kommt einem Faustschlag auf das Auge einer Region gleich, die seit Jahrzehnten ohne Widerrede ihren hohen Anteil an die Schweizer Stromproduktion leistet.

Quer zur Vision Zurzibiet

Nach jahrelanger intensiver Arbeit bildet die Vision Zurzibiet Richtschnur für die Entwicklung der Region. Die Jurahügel gehören als weitgehend unberührte Landschaft zu den klassischen Naherholungsgebieten für viele Aargauerinnen und Aargauer. Der Jurapark lässt grüssen. Für die Zurzibieter CVP ist das aktuelle Richtplanvorhaben schlichtweg unakzeptabel. Rückfragen haben zudem ergeben, dass die Regierung offensichtlich im Alleingang gehandelt hat, beispielsweise ohne Rücksprache beim Planungsverband oder den Vertretern im Grossen Rat.

Der Entscheid der Regierung weckt Erinnerungen an das Solothurner Richtplan-Verhalten. Just über den Dörfern Oberhof, Wittnau, Wöflinswil oder Gipf-Oberfrick sind Windmühlen geplant. Im Fricktal hat sich entsprechend Opposition formiert. Sollte im Aargau das Vorhaben weiter verfolgt werden, behält die CVP des Bezirks organisierten Widerstand als Option im Auge. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich an der Vernehmlassung zu beteiligen (unter www.ag.ch/raumentwicklung). Die CVP ihrerseits wird ebenfalls eine Stellungnahme abgeben.